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Martin Roeber

Soccer

Folgt man den Intentionen der Künstlerin, dann geht
es bei diesem Bild um ein Verbrechen, um Brutalität.
Wir sehen eine typische Fußballszene, reduziert auf eine
Art Laokoongruppe, ein Knäuel von Schenkeln, Stollen,
Stutzen …
Brutale Stahlstollen rammen sich in die Schenkel des
Gegners. Ein Bild voller Dynamik, ein echtes Sportbild.
Der Jurist überlegt nun: Verbrechen? Natürlich nicht –
Körperverletzung ist ja nur ein Vergehen. Liegt eine Einwilligung
des Gegners vor? Ist unter hart gesottenen
Bundesligaspielern vielleicht sogar der Tatbestand
schon ausgeschlossen? Signalisieren die Stahlstollen
den Gebrauch eines gefährlichen Werkzeugs und damit
eine Qualifizierung? Ist der Versuch überhaupt strafbar?
Schließlich fließt kein Blut.
Als Jurist hat man mehr vom Leben – auch in einer
Kunstausstellung.